Inneres Wachstum und Kulturwandel

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In dieser grundlegenden Kontemplation erforschen wir die Zusammenhänge zwischen innerem Wachstum und einem tiefgreifenden Kulturwandel.

Um den heutigen, noch nie dagewesenen Herausforderungen zu begegnen, sind wir aufgefordert in ein bewussteres und ganzheitlicheres Leben hineinzuwachsen. Das bedeutet, als Individuen aufzuwachen und in aufgeklärteren Gemeinschaften zusammenzukommen.

Terry Patten, A NewRepublic of the Heart Tweet

Wir sind aufgerufen, menschlicher zu werden

In unserer Entwicklung durchlaufen wir immer wieder Phasen, in denen unsere gewohnten Lebensumstände zusammenbrechen—und mit ihnen die Geschichten, die wir uns um sie herum erzählt haben. Obwohl diese Übergänge emotional schmerzhaft sind, so bieten sie doch auch ein enormes Potenzial für inneres Wachstum.

Wir leben in einer Zeit, in der die übergreifende Geschichte unserer globalisierten Konsumkultur zusammenbricht. In dieser Geschichte der Entfremdung erleben wir uns weitgehend abgeschnitten von anderen Menschen und von unserer Umwelt—und wir handeln entsprechend. Je bewusster wir jedoch die globalen Auswirkungen unseres sorglosen, selbst-zentrierten Handelns erleben, desto weniger können wir an die alte Geschichte glauben. Obwohl es emotional schmerzhaft ist, können wir die Konsequenzen unseres Handelns nicht mehr länger verdrängen oder ignorieren. Um es mit den Worten von Charles Eisenstein zu sagen: Wir betreten einen Raum zwischen zwei Geschichten. Während uns die alte Geschichte nicht mehr trägt, gibt es noch keinen neuen, kulturellen Narrativ. Wenn alte Geschichten auseinander fallen, verspüren wir unweigerlich Verlust und Orientierungslosigkeit. Wir erleben eine Phase großer Ent-täuschung von unseren alten Gewohnheiten. Wie das kalte Wasser eines Gebirgsflusses, das sich in einen tiefen See ergießt, breitet sich eine überwältigende Angst vor Unsicherheit unter unserer gesamten Erfahrung aus. Verschiedene kulturelle Mechanismen beschützen uns vor dem Erleben dieser existentiellen Angst, indem sie uns vortäuschen, dass wir alles unter Kontrolle haben. Glücklicherweise legt das Erleben dieser Angst gleichzeitig auch unser enormes Potenzial für inneres Wachstum frei—sie ist ein notwendiger Katalysator für eine Vertiefung unserer Menschlichkeit.

Es drängt sich die Frage auf: Wie könnte eine neue Geschichte aussehen? Auf individueller Ebene wird die Antwort auf diese Frage für jeden von uns anders aussehen. Kulturell betrachtet ist die neue Geschichte nicht ganz so neu, wie wir vielleicht denken. Wenngleich mit einer vor-rationalen Denkweise und vermischt mit Aberglaube, so wurde die neue Geschichte bereits von vielen indigenen Kulturen gelebt. Sie begriffen die Erde als lebenden Organismus und den Menschen als untrennbaren Teil davon. Der buddhistische Mönch Thich Nhat Hanh hat den Begriff Intersein (Englisch: Interbeing) geprägt, um dieser neuen und gleichzeitig alte Geschichte einen Namen zu geben. Charles Eisenstein beschreibt sie wie folgt.

Die Erde ist ein lebender Organismus. Jedes Biom, jedes lokale Ökosystem und jede Spezies trägt auf einzigartige Weise zur Gesundheit und Belastbarkeit des Ganzen bei. Sie sind die Organe und Gewebe des Organismus Erde. Alle Pflanzen und Tiere, Boden, Flüsse, Meere, Berge, Wälder usw. verdienen Respekt als lebende und fühlende Wesen—nicht nur als bloße Dinge. Jeder Schaden an der Integrität des Planeten, oder der Wesen auf ihm, ist unvermeidlich auch schädlich für den Menschen—unabhängig davon, ob die kausalen Zusammenhänge für diesen Schaden sichtbar sind oder nicht. In ähnlicher Weise wird ein gesunder Planet der körperlichen und geistigen Gesundheit der Menschheit zugute kommen. Das psychische Klima, das unsere Überzeugungen, Beziehungen und Mythen umfasst, ist eng mit dem atmosphärischen Klima verbunden. Ebenso ist das politische und soziale Klima mit dem atmosphärischen Klima verbunden. Die Bestimmung der Menschheit ist es, zur Schönheit, Lebendigkeit und Entwicklung der Erde beizutragen. Die Krisen unserer Zeit, einschließlich der ökologischen Krise, sind eine Initiation für unsere Zivilisation.

Charles Eisenstein, Climate: A New Story Tweet

Auf der anderen Seite dieser Initiation tauchen wir vielleicht als Hauptfiguren in einer neuen Geschichte des Interseins auf—als Beschützer des Planeten, dessen Gleichgewicht wir durch unser derzeitiges Verhalten gefährden. Während wir den Raum zwischen den Geschichten sowohl einzeln als auch gemeinsam erkunden, sind wir aufgerufen, unser enormes Potenzial für inneres Wachstum und kulturellen Wandel zu entdecken. Wir sind aufgerufen, menschlicher zu werden.

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